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Aktuelles
Newsletter 4-2026
  • BDV des BvLB 2026

  • Berufsbildungskongress 2026

  • Veranstaltungen im Mai

 
Themenübersicht 04-2026
 

Bundesdelegiertenversammlung des BvLB 2026
 
Am Donnerstag, 7. Mai 2026, tagte die Bundesdelegiertenversammlung des Bundesverbands der Lehrkräfte für Berufsbildung in Berlin. Im Mittelpunkt standen die Rechenschaftsberichte des Geschäftsführenden Bundesvorstands, die turnusgemäßen Neuwahlen sowie die weitere inhaltliche Ausrichtung des Verbandes.
 
Bericht des Bundesvorstands
Der Bericht der Bundesvorsitzenden, Pankratz Männlein und Dr. Sven Mohr, machte deutlich, dass die zurückliegenden vier Jahre von einer starken Doppelspitze im Ehrenamt geprägt waren und der Verband über seine 20 Landesverbände hinweg breite Schlagkraft entfalten konnte. Genannt wurden unter anderem die Arbeit der verschiedenen Fach- und Beratungsbereiche, die Vertretung in Dachverbänden sowie die Präsenz des BvLB in Öffentlichkeit und Presse.
Inhaltlich rückten vor allem die großen Veränderungsprozesse in den Mittelpunkt. Dazu zählten Künstliche Intelligenz, Bildung für nachhaltige Entwicklung, die Weiterentwicklung beruflicher Schulen und die Frage, wie berufliche Bildung unter dynamischen gesellschaftlichen Bedingungen attraktiv und wirksam bleiben kann. Zugleich wurde die Bedeutung moderner Kommunikation hervorgehoben, etwa durch App, Podcast und digitale Informationswege.
 
Berichte der stellvertretenden Vorsitzenden
Die Berichte der stellvertretenden Bundesvorsitzenden zeigten die thematische Breite der Verbandsarbeit. Andreas Hilgenberg stand für Dienst- und Tarifrecht, Yamina Ifli für Lehrkräftebildung, Thomas Speck für bundesweiten Austausch zur Bildungspolitik, Stefan Nowatschin für Internationales und Nachhaltigkeit sowie Pascal Koch für Social Media, digitale Kommunikation und die Weiterentwicklung der Verbandspräsenz.
Deutlich wurde dabei vor allem ein gemeinsamer Anspruch: Der BvLB will fachlich sichtbar sein, praktische Lösungen anstoßen und berufliche Bildung in den öffentlichen Debatten stärker platzieren. Die Arbeit in Gremien, Medien und Netzwerken wurde als unverzichtbar beschrieben, um die Interessen der Lehrkräfte wirksam zu vertreten.
 
Finanzen und Entlastung
Der Schatzmeister, Dominik Berdin, stellte die Jahresabschlüsse 2022 bis 2025 vor. Die Prüfer, Christine Bollig (vbls RLP) und Jürgen Hatzfeld (VLW RLP), bestätigten, dass die Haushaltsführung in den betroffenen Jahren satzungsgemäß und wirtschaftlich erfolgt sei; zugleich wurden einzelne finanzielle und organisatorische Punkte für die weitere Arbeit benannt.
Nach der Aussprache zu den Tagesordnungspunkten wurde der Geschäftsführende Bundesvorstand entlastet. Damit setzte die Versammlung ein formales Zeichen des Vertrauens und schuf die Grundlage für die nächste Wahlperiode.
 
Gastbeitrag KMK-Präsidentin Anna Stolz
Kurz vor den Wahlen besuchte als erste KMK-Präsidentin Anna Stolz (Bildungsministerin in Bayern) die Delegiertenversammlung. Sie dankte für die wertvolle Arbeit des BvLB bundesweit und betonte die Bedeutung des Austauschs. Zu den drängendsten Herausforderungen zählte sie Heterogenität der Schülerinnen und Schüler, den Rückgang der Basiskompetenzen sowie verändertes Verhalten junger Menschen durch digitale Mediennutzung.
Stolz forderte mehr Fokus aufs Wesentliche durch Entbürokratisierung und Entlastung – jede gewonnene Minute solle direkt in den Unterricht fließen. Sie plädierte für multiprofessionelle Teams gegen Gewalt an Schulen, einen „Pakt für die Verbeamtung“ zur Stabilisierung der Lehrkräfte und stärkere Medienkompetenz gemeinsam mit den Eltern.
 
Der ehemalige Vorstand mit Frau Stolz
v.l.n.r.: Berdin, Ilfi, Koch, Männlein, Hilgenberg, Stolz, Dr. Mohr, Nowatschin, Müller
 
Wahlen und neue Spitze
Besonderes Gewicht hatte die Wahl des neuen Bundesvorsitzes. Nach der Vorstellung mehrerer Kandidaturen entschied sich die Versammlung für eine doppelte Führungsspitze aus Pascal Koch und Jörg Riemer. Die Wahl markiert den Übergang zu einer neuen Generation von Verbandsführung, die Modernisierung, regionale Vernetzung und eine stärkere öffentliche Sichtbarkeit miteinander verbinden will.
Auch die stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurden mit einer breiten personellen Aufstellung gewählt. Gewählt wurden Patricia Brandtner, Kathleen Dilg, Andreas Hilgenberg, Sabine Reitzig, Timo Vasta und Grit Katzmann. Damit ist der Bundesvorsitz erstmals paritätisch besetzt und deutlich verjüngt.
Ferner wurden Christina Müller als Bundesschriftführerin, Dominik Berdin als Bundesschatzmeister und Christine Bollig als Rechnungsprüferin wiedergewählt. Thomas Speck tritt satzungsmäßig die Nachfolge von Jürgen Hatzfeld als weiteren Rechnungsprüfer an.
 
Der neue Bundesvorstand v.l.n.r.: Katzmann, Vasta, Dilg, Reitzig, Riemer, Hilgenberg, Koch, Brandtner
 
Neue Schwerpunkte
Die neue Verbandsführung betonte, dass berufliche Bildung gleichermaßen moderne Rahmenbedingungen, größere Durchlässigkeit und mehr Wertschätzung brauche. Dazu gehören eine stärkere Einbindung junger Pädagoginnen und Pädagogen, mehr Fortbildung in der Dienstzeit, eine digitale Vernetzung des Verbandes sowie eine klare Positionierung zu Lehrkräftemangel, Besoldung und Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung.
Auch die Themen Fachkräftesicherung, Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz sollen künftig sichtbarer bearbeitet werden. Der BvLB will dabei als verlässliche Interessenvertretung auftreten, die die Perspektiven der beruflichen Schulen bündelt und in politische wie bildungspolitische Entscheidungsprozesse einbringt.
 
Ausblick
Mit der neuen Spitze und den gewählten Gremien richtet sich der BvLB auf die kommenden Jahre aus. Im Mittelpunkt stehen eine starke Stimme für berufliche Bildung, ein moderner Verband mit klarer Kommunikationsstrategie und die enge Verbindung von Praxisnähe, bildungspolitischer Gestaltung und beruflicher Zukunftssicherung.
 
Der VLW war zusammen mit dem vlbs zahlreich vertreten
 

BvLB-Berufsbildungskongress 2026 - Berufliche Bildung – Kompetenzen für die Welt von morgen
 
Am Folgetag der Bundesdelegiertenversammlung fand am 8. Mai 2026 der BvLB-Berufsbildungskongress in Berlin statt. Der Kongress stand unter dem Motto „Berufliche Bildung – Kompetenzen für die Welt von morgen“ und verband Grußworte, Fachimpulse und ein Fishbowl-Gespräch mit Einbezug der Teilnehmer zu aktuellen Herausforderungen der beruflichen Bildung.
 
Auftakt mit klaren Botschaften
Der Kongresstag eröffnete mit einer Begrüßung durch die neu gewählten Bundesvorstände Kathleen Dilg sowie Andreas Hilgenberg. Dabei wurde betont, dass gesellschaftliche Veränderungen in der beruflichen Bildung häufig zuerst spürbar werden und dass berufliche Bildung deshalb konsequent weitergedacht werden müsse.
Im anschließenden Grußwort unterstrich Andreas Hemsing, Zweiter Vorsitzender des dbb, die Bedeutung guter Arbeitsbedingungen für starke berufliche Schulen. Moderne digitale und technische Ausstattung sei wichtig, entscheidend seien jedoch verlässliche Rahmenbedingungen, faire Bezahlung, Qualifizierungszeit und insgesamt gute Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte.
Zugleich verwies Hemsing auf den Lehrkräftemangel und auf die Konkurrenz um qualifiziertes Personal. Berufliche Schulen dürften nicht dauerhaft davon leben, dass Kolleginnen und Kollegen über ihre Grenzen gingen - vielmehr brauche es spürbare Entlastung, um Unterrichtsqualität und Attraktivität des Berufs zu sichern.
 
Fachkräftesicherung und Rahmenbedingungen
Ein weiteres Grußwort kam von Jürgen Böhm, Staatssekretär aus Sachsen-Anhalt. In seinem Beitrag wurde deutlich, dass Kompetenzen der Lernenden nur dann wirksam entwickelt werden können, wenn auch die strukturellen Rahmenbedingungen stimmen. Besonders der absehbare personelle Umbruch an beruflichen Schulen und die bereits heute große Zahl fehlender Lehrkräfte machten den Handlungsdruck sichtbar.
An diese Problemlage knüpfte die Keynote von Professorin Dr. Susan Seeber von der Universität Göttingen an. Unter dem Titel „Berufliche Bildung unter Druck – Handlungsfelder für die Welt von morgen“ stellte sie heraus, dass die Arbeitswelt von morgen qualifizierte Fachkräfte auf unterschiedlichen Niveaus brauche und dass insbesondere auf mittlerer Qualifikationsebene deutliche Lücken zu erwarten seien. Vor diesem Hintergrund müsse es gelingen, möglichst vielen jungen Menschen tragfähige berufliche Kompetenzen zu vermitteln und Übergänge in Ausbildung erfolgreich zu gestalten.
Zugleich wurde deutlich, dass Reformen und gezielte Förderansätze in einzelnen Bereichen bereits positive Entwicklungen angestoßen haben. Genannt wurden unter anderem Verbesserungen in Gesundheitsberufen, projektförmige Förderansätze und die Notwendigkeit, Jugendlichen ohne Berufsabschluss neue Perspektiven zu eröffnen.
 
 
Prof. Dr. Seeber zeigt den Umgang mit den Herausforderungen in der beruflichen Bildung
 
Internationale Perspektiven
Nach einer Networking-Pause eröffnete ein Warm-up-Talk mit Professorin Dr. Antje Barabasch von der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung in Zollikofen den Blick auf internationale Erfahrungen. Die Schweizer Perspektive machte deutlich, dass berufliche Bildung dann an Attraktivität gewinnt, wenn sie flexibel organisiert ist, gesellschaftlich hohes Ansehen besitzt und eng mit Fragen des lebenslangen Lernens, der Digitalisierung und der Handlungskompetenz verknüpft wird.
Besonders interessant waren die Hinweise auf ein offenes Ausbildungssystem mit unterschiedlichen Laufzeiten von zwei bis vier Jahren, auf die enge Verzahnung von Ausbildung und Hochschulstrukturen sowie auf kontinuierliche Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte. Auch der Umgang mit Themen wie Migration, psychischer Gesundheit und Künstlicher Intelligenz wurde als fester Bestandteil einer zukunftsorientierten Berufsbildung beschrieben.
 
Fishbowl-Gespräch
Im anschließenden Fishbowl-Gespräch diskutierten Prof. Dr. Antje Barabasch, Lilli Berthold von der Bundesschülerkonferenz, Prof. Dr. Susan Seeber, die neu gewählten BvLB-Bundesvorsitzenden Koch und Riemer sowie weitere Teilnehmende unter der Moderation der Bildungsjournalistin Kate Maleike über die Frage, wie berufliche Bildung in Zukunft aussehen kann und welche Kompetenzen für die Welt von morgen entscheidend sind.
Dabei wurde ein breites Spektrum an Zukunftsaufgaben sichtbar. Genannt wurden unter anderem die sogenannten 4K-Kompetenzen, also Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken, ebenso wie soziale Kompetenzen, mentale Gesundheit sowie Coaching- und Mentoringfähigkeiten. Deutlich wurde auch, dass berufliche Bildung nicht isoliert gedacht werden darf, sondern als Teil beruflicher Ökosysteme, in denen Schulen, Betriebe, Politik und weitere Partner enger zusammenarbeiten müssen.
Mehrfach wurde dafür geworben, berufliche Orientierung früher und breiter anzulegen. Junge Menschen sollten vielfältige Wege zum Erfolg kennenlernen, etwa den Weg über eine Ausbildung vor einem Studium. Zugleich brauche es eine Ermöglichkeitskultur, die Innovationen an Schulen unterstützt, Freiräume schafft und Entwicklung nicht durch starre Strukturen bremst.
 
Fishbowl-Gespräch mit Prof. Dr. Barabasch, Lilli Berthold, die neu gewählten BvLB-Bundesvorsitzende Koch und Riemer, Prof. Dr. Seeber, Moderatorin Kate Maleike
 
Bedeutung für die Verbandsarbeit
Der Kongress machte deutlich, dass berufliche Bildung für die Fachkräftesicherung und für gesellschaftliche Teilhabe eine Schlüsselrolle spielt. Der dbb hob auf dem BvLB-Kongress ausdrücklich hervor, dass berufliche Schulen zentrale Orte der Fachkräftesicherung sind und deshalb auch politisch stärker unterstützt werden müssen.
Für die Arbeit des Lehrerverbandes ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: die Interessen beruflicher Schulen sichtbar zu vertreten, auf bessere Arbeitsbedingungen zu drängen und die Zukunftsdebatte über Kompetenzen, Unterrichtsqualität und Schulentwicklung aktiv mitzugestalten. Der BvLB-Berufsbildungskongress 2026 hat dafür wichtige Impulse gesetzt und zugleich gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Verbänden, Wissenschaft, Politik und Betrieben ist.
 
Nächste Veranstaltungen im Mai:
 
21.05.2026 Erste-Hilfe-Schulung für ÖPRe: Mehrarbeit / Zuvielarbeit
 
Um Unterrichtsausfall zu vermeiden, leisten wir Vertretungsstunden. Hier besteht jedoch erheblicher Klärungsbedarf. Muss ich jeden Monat 3 Stunden vertreten? Wann leiste ich „Mehrarbeit“ die vergütungsfähig ist, wann leiste ich „Zuvielarbeit“? Was steckt denn eigentlich genau hinter diesen Begriffen?
 
Um etwas Ordnung in dieses Begriffs­wirrwarr zu bringen, wird Andreas Hoffmann, Vorsitzender des Bezirkspersonalrats und stellvertretender vlbs-Landesvorsitzender, die wichtigsten Zusammenhänge erläutern und Ihnen einen klaren Überblick geben. 
 
Weitere Themenpunkte werden sein: Vertretungskonzept, Dienstumfang von Teilzeitlehrkräfte und Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften.
 
Diese Veranstaltung bieten wir in Kooperation mit dem vlbs an.
 

Weitersagen:
Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen
Hildchen 7
56077 Koblenz

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