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Weiterhin Unterricht in vollen Klassen trotz Rekordwerten bei Neuinfektionen und Todesfällen


Weiterhin Unterricht in vollen Klassen trotz Rekordwerten bei Neuinfektionen und Todesfällen

Erst wenn die Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern pro Woche und Landkreis oder kreisfreier Stadt überschritten ist, dürfen unsere Schulen Wechsel- oder Hybridunterricht erteilen. U.a. darauf hat sich die Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin in der Videoschalte am 25.11. für die Zeit bis zu den Weihnachtsferien verständigt. Somit bleiben die Schulen weiterhin ein Ort, an dem Menschen aus vielen verschiedenen Haushalten zusammentreffen.

27.11.2020

Dass sich gleichzeitig im privaten Bereich nur noch maximal 5 erwachsene Personen aus zwei verschiedenen Haushalten treffen dürfen, erscheint dagegen absurd. Das RKI räumt ein, dass der seit 1.November beschlossene Teil-Lockdown lediglich das exponentielle Wachstum bremsen konnte. Die absolute Zahl der Neuinfektionen steigt jedoch weiter und die Zahl der Todesfälle nimmt ebenso besorgniserregend zu wie die Belastung der Intensivkapazitäten in unseren Krankenhäusern. Selbst bei einer Inzidenz, die höher ist als 200, wird der Wechselunterricht nicht für alle Klassen erlaubt. BVJ und BF1 sind ebenso ausgenommen wie die Abschlussklassen unserer mehrjährigen Bildungsgänge.

Angela Merkel appelliert an die Bevölkerung jegliche nicht dringend notwendigen Kontakte zu vermeiden. Der Universitäts- und Hochschulbetrieb wird konsequenterweise bis auf wenige Ausnahmen auf digital umgestellt. Die berufsbildenden Schulen sollen jedoch weiterhin in vollem Umfang den Präsenzunterricht aufrechterhalten, obwohl unsere Schülerinnen und Schüler, insbesondere in den Berufsschulklassen häufig genauso alt sind wie Studierende an den Hochschulen und Universitäten. Die Vielzahl an Schülerinnen und Schülern, die bereits morgens in überfüllten Bahnen und Bussen zusammentrifft und anschließend in überfüllten Klassenräumen unterrichtet wird, könnte ohne Aufwand signifikant reduziert werden, wenn man den BBSn die Möglichkeit lassen würde, große Klassen auf Wechselunterricht umzustellen. Bereits zum Ende der Sommerferien wurden unsere Schulen vom Ministerium aufgefordert, digitale Formen des Unterrichts einzuüben. Darauf haben sich unsere Kolleginnen und Kollegen zusammen mit ihren Schülerinnen und Schülern wie selbstverständlich eingelassen und vorbereitet. Es muss nun die Frage erlaubt sein, wofür es denn gut war, wenn der Wechsel- oder Hybridunterricht in der jetzigen Krisensituation den BBSn immer noch untersagt wird.

Bezüglich der Schutzmasken wird eine VLW-Forderung eher symbolisch erfüllt. Eine Charge an Alltagsmasken sowie FFP2-Masken für besondere Situationen wurde an die Schulen geliefert. Um einen langen Unterrichtstag über mit Masken versorgt zu sein, reicht die Anzahl jedoch bei weitem nicht aus. Denn es wird empfohlen eine Maske spätestens nach drei Stunden auszuwechseln, da sie sonst aufgrund der Durchfeuchtung an Wirkung verliert und zum Keimbiotop werden könnte.

Da unser Dienstherr darüber hinaus lediglich Hygiene- und Lüftungsempfehlungen abgibt müssen wir Lehrkräfte weiterhin selbst für unseren persönlichen Gesundheitsschutz sorgen. Die Experten der Universitätsmedizin sind der Meinung, dass Schule ein sicherer Ort sein. Die steigende Zahl der Infektionsfälle unter Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern lässt jedoch das Gegenteil befürchten. Systematische Corona-Antigentests könnten das Risiko reduzieren. Bislang hat man uns Glauben gemacht, dass dies in diesem großen Umfang aufgrund fehlender Materialien und Laborkapazitäten nicht möglich sei. Am Beispiel Südtirol lässt sich jedoch sehen, dass es lediglich eine Frage des politischen Willens ist, eine solche Maßnahme durchzuführen.

Der VLW wird seine Forderungen für einen konsequenten Gesundheitsschutz weiterhin gegenüber Landesregierung, Ministerium und ADD vortragen und für bessere Arbeitsbedingungen an unseren Schulen kämpfen. Wir bedanken uns dazu bei Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, für Ihre Unterstützung und Ihre Anregungen, die uns in einer Vielzahl an Zuschriften erreicht haben.

Auch weiterhin nehmen wir Ihre Meinungen gerne entgegen.  Schreiben Sie uns!

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen 1. Advent und gute Gesundheit.

Mit kollegialen Grüßen

Ihr Karl-Heinz Fuß


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