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Bei seiner zweitägigen Klausurtagung hat der VLW-Landesvorstand die folgende Resolution beschlossen:           


Bei seiner zweitägigen Klausurtagung hat der VLW-Landesvorstand die folgende Resolution beschlossen:           

Gesundheitsschutz muss an erster Stelle stehen            
Digitalisierung weiter stärken  
Entlastung jetzt gewähren       
  
Mit den anstehenden Sommerferien steht uns nach diesem turbulenten Schuljahr eine wohlverdiente Ruhepause bevor. Wir alle wünschen uns eine Zeit der Ruhe, nach Möglichkeit weit weg vom heimischen Schreibtisch. Doch bekanntlich machen Viren leider keinen Urlaub. Die hochinfektiöse Delta-Variante breitet sich weiter aus und lässt eine erneute Corona-Welle nach den Sommerferien oder spätestens im Herbst befürchten. Bleibt zu hoffen, dass die Impfbereitschaft in der Bevölkerung weiterhin auf hohem Niveau bleibt und eine kommende Welle damit flach gehalten werden kann. Wir begrüßen ausdrücklich Impfaktionstage für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler, wie sie am vergangenen Freitag an der Universität in Mainz stattgefunden haben und demnächst beispielsweise an der BBS Speyer angeboten werden. Auch wenn junge Menschen eher nur einen milden Krankheitsverlauf zu befürchten haben, so sind sie doch potenzielle Überträger der Viren und können andere anstecken. Für unsere Schulen darf es daran keine Zweifel geben, dass der

Gesundheitsschutz weiterhin an erster Stelle stehen muss. Der VLW unterstützt deshalb die Testpflicht nach den Sommerferien und empfiehlt die penible Einhaltung der AHA-Regeln, um die Ausbreitung von Viren, die aus Urlaubsgebieten eingeschleppt werden, zu verhindern. Da es inzwischen gängige Meinung der Experten ist, dass Corona-Viren so wie Grippe-Viren eine ständige Bedrohung darstellen werden, fordert der VLW die adäquate bauliche Ausstattung unserer Schulen mit fest installierten Lüftungsanlagen, die, wie bei einem Passivhaus, für einen ständigen Luftaustausch im Klassensaal sorgen. Mobile Luftreiniger, die lediglich die Luft im Klassensaal umwälzen und Aerosole herausfiltern, sind langfristig nicht geeignet, da sie den CO2-Gehalt der Luft nicht verringern. Für die Finanzierung ist die Unterstützung durch Bundesmittel erforderlich. So wie beim Digitalpakt muss entsprechend Geld bereitgestellt werden. Da die Belüftungsanlagen viele Jahre genutzt werden können, bevor sie erneuert werden müssen, relativieren sich die Ausgaben im Vergleich zu den vielen Millionen Euro, die derzeit für Corona-Tests und Schutzmasken ausgegeben werden. Zudem bringen die Anlagen über den Corona-Schutz hinaus weitere positive Effekte für die Luftqualität im Klassensaal und sind energieeffizienter, als wenn im Winter alle 20 Minuten die Fenster geöffnet werden.

Auch wenn wir nach den Ferien hoffentlich vollumfänglich im Präsenzunterricht bleiben können, so fordern wir weiterhin den schnellen Ausbau der Infrastruktur für den Einsatz digitaler Medien an unseren Schulen. Es müssen endlich die zugesagten Endgeräte zur Verfügung gestellt und der Support durch die Schulträger bei der System- und Anwendungsbetreuung lückenlos gewährleistet werden. Des Weiteren fordern wir die generelle Beibehaltung des zweiten Studientages sowie ein den schwierigen Aufgaben entsprechendes umfangreiches Fortbildungsangebot, damit die Transformation hin zur Bildung für das digitale Leben nachhaltig gelingen kann.

Das zurückliegende Schuljahr hat gezeigt, mit wie viel Anstrengung die Umstellung hin zu einer neuen Lehr- und Lernkultur, die auf digitalen Medien basiert, verbunden ist. Der VLW fordert dringend eine Entlastung für unsere Kolleginnen und Kollegen und unsere Schulleitungen, auch als Zeichen der Wertschätzung für die geleistete Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Es ist wenig hilfreich, wenn unsere Ministerin darauf verweist, dass es die Mitarbeiter anderer Branchen ebenfalls schwer oder gar noch schwerer haben. Wir benötigen jetzt dringend eine Unterstützung, die in vielerlei Form denkbar ist. Die Stärkung der Schulsozialarbeit und die Entlastung von administrativen Aufgaben sind Beispiele dafür. Mittelfristig halten wir die Senkung des Lehrerwochenstundendeputats für alternativlos, um unsere Lehrtätigkeit auszuüben, denn Kommunikation und Feedback mittels digitaler Medien erfordern einen erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand. Die Berechnung der Lehrkräftearbeitszeit bedarf deshalb dringend einer Reform. Als Anerkennung der erbrachten Leistungen im auslaufenden Schuljahr schlägt der VLW ein Stundenguthaben vor, über das jede Kollegin, jeder Kollege frei verfügen kann. Ähnlich der Rückgabe der im Jahr 2010 eingeführten Zwangsansparstunde, könnten diese Stunden für eine unmittelbare Entlastung genutzt werden oder aber angespart werden, um in späteren Berufsjahren eine Erleichterung zu erfahren. Gleichzeitig könnten durch eine solche Maßnahme mehr junge Lehrkräfte, die ja bekanntlich bereits der Generation der digital natives angehören, eingestellt werden, was zu einer gesunden Durchmischung der Lehrerkollegien führen würde. Am Ende stünde eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, die nur ein wenig Weitsicht, Mut und Entschlossenheit durch die Landesregierung erfordert.          

Der VLW vertritt die Interessen von ca. 1000 Mitgliedern und kämpft für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen an den berufsbildenden Schulen.

Kirchheimbolanden
Juli 2021

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